Eine unvergessene Ostereiersuche

Ostern war für uns Kinder früher genauso aufregend, wie es heute ist. Auch bei uns begann der Ostersonntag immer mit dem Ostereiersuchen.

Ich erinnere mich ganz besonders an ein Osterfest, an dem ich bei meiner Oma war.

Oma's Haus

Sie hatte einen riesigen Garten. Auf dem Bild kann man ihn in seinen Ausmaßen leider nur erahnen. Er reichte von ihrem Haus das man im Vordergrund sieht, bis  zu dem Haus im Hintergrund.

Ostersonntag lockte Oma mich in den Garten und voller Freude endeckte ich gleich hinterm Tor schon das erste Ei. Oma hatte eine Tüte mitgenommen, legte es hinein und animierte mich, weiter zu suchen. Und siehe da, je länger ich suchte, desto mehr Eier kamen zusammen.

Es waren bunt angemalte Hühnereier, von Omas eigenen Hühnern, die sie zu der Zeit noch hatte. Wir hatten einen Riesenspaß und Oma freute sich mit mir über die vielen Eier. Aber so viele ich auch fand, die Tüte wurde nicht voll.

Sicher wäre mir diese Eiersuche heute nicht mehr so gut im Gedächtnis, wenn da nicht dieses Malheur passiert wäre: Ich bückte mich nach einem Ei und indem ich mich zu Oma umdrehe, sehe ich, dass sie ein Ei aus der Tüte hinter einem Strauch versteckt. Ich habe natürlich gleich gerufen, dass ich es gesehen habe. Aber Oma lief lachend mit der Tüte weiter. Ich rannte hinter ihr her und sie ließ  ein Ei in die Wiese fallen. Natürlich bückte ich mich gleich um es aufzuheben und  im Laufen nahm sie es entgegen um gleich darauf wieder eines fallen zu lassen.

Das machte richtig Spaß und wir lachten und tobten immer schneller durch den Garten. Bis….ja, bis ich einmal nicht richtig aufpasste und auf ein Ei trat. Ich habe später nie richtig gewusst, warum mein Kummer so groß war und ich so sehr geweint habe. War es, weil das lustige Spiel ein Ende hatte, oder weil ich das schöne Ei zertreten hatte?

Inspektion der Hühner

Aber wäre dieses traurige Ende nicht gewesen, könnte ich mich sicher an dieses eine besondere Osterfest heute gar nicht erinnern. Denn ich kann damals höchstens vier Jahre alt gewesen sein.

Natürlich erinnere ich mich an die Osternestsuche zu Hause, an Eiersuche auf der Brehminsel und auch an das eine oder andere Osterei, das wir bei unseren Spaziergängen fanden. Aber die Eiersuche mit dem zertretenen Ei werde ich immer ganz besonders in Erinnerung behalten.

5 Kommentare zu „Eine unvergessene Ostereiersuche“

  • Unvergessene Kindheit in Werden Britta!
    Unsere Familie machte immer den traditionellen Osterspaziergang, alle waren dabei, Opa Oma, meine Eltern, Tante Edith, Onkel Wolfgang und seine Mutter, Tante Christa, Onkel Heinz und wir Kinder, meine Cousins Andreas, Reiner,Jörg und ich. Im Eifer des Gespräches merkten wir nicht das Opa immer wieder voraus lief, er war der Osterhase der die Eier am Wegrand für uns versteckte. Erst heute ahne ich was ihn das kostete, er der mit einer Rückenverletzung und vielen Blessuren aus dem Krieg heimgekommen war. Nie haben wir ihm seine Schmerzen angemerkt. Unvergessen
    Liebe Grüße Gitte

  • Liebe Gitte

    Ich halte diese Traditionen, die in den Familien beibehalten werden für sehr wichtig. Wie viel sie geben, spürt man oft erst, wenn man in das Alter kommt, in dem man selbst gefordert ist, den eigenen Kindern Orientierung und Sicherheit zu geben.
    Um wie viele schöne Erinnerungen wären wir ärmer, gäbe es nicht die alljährlichen Rituale auf die man sich ja auch lange im Voraus freuen konnte.
    Ich wünsche dir und deinen Lieben schöne Ostertage und viel Spaß beim Osterspaziergang.

    Herzliche Grüße
    Britta

  • Susanne:

    Schön deine Erinnerung–meine ist von Ostern immer geprägt durch neue Lackschuhe und weiße Kniestrümpfe–die es galt weiß zu halten ,was glaube ich der part meiner großen Schwester war darauf aufzupassen das beim Oster-Sonntag-Kichgang die Strümpfe sauber blieben für den Osterspaziergang am Nachmittag.

  • Ach Schwesterchen, und egal wie kalt es war, Ostern begann in jedem Fall die Kniestrumpfsaison….
    Aber wir waren ja auch immer stolz, wenn wir sie tragen durften und ich kann mich erinnern, wie glücklich ich war, wenn sie Sonntags sauber blieben und ich durfte sie am Montag dann noch einmal zur Schule tragen ;-)

    Ganz liebe Ostergrüße von Britta

  • Oh ja, egal wie kalt es war, Ostern war Frühling, was haben wir manchmal geschnattert. Vielen Dank für deine lieben Osterwünsche Britta.
    Liebe Grüße Gitte